
Im Zentrum der Kampagne stand die Unterschriftensammlung. In Deutschland wurden im Laufe des Kampagnenjahres fast 73.000 Unterschriften gesammelt! Diese haben wir Anfang März 2026 an das Bundesfinanzministerium überreicht. Wir danken allen Unterzeichner*innen und allen, die in Weltläden, an Infoständen, bei Veranstaltungen oder in Gottesdiensten Unterschriften für die Kampagne gesammelt haben – ihr wart toll!
Auf globaler Ebene geht die Unterschriftensammlung weiter: Auf der Kampagnen-Website von Caritas Internationalis könnt ihr die Petition auch weiterhin unterzeichnen.
Dies waren – und bleiben – unsere Forderungen:
- Schuldenkrise jetzt beenden: Illegitime und untragbare Schulden streichen ohne wirtschaftspolitische Auflagen!
- Ursachen von Schuldenkrisen angehen und globales Finanzsystem gerechter machen: Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt stellen!
- Nachhaltige und faire Lösungen schaffen: Eine rechtsverbindliche Schuldenrahmenkonvention unter dem Dach der Vereinten Nationen vereinbaren!
Warum ist das wichtig?
Ob Sri Lanka, Pakistan, Sambia oder Ghana: Die globale Schuldenkrise spitzt sich immer weiter zu. Das ungerechte Finanzsystem, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Krieges gegen die Ukraine haben dazu geführt, dass verschuldete Staaten 2024 so viel wie noch nie an ihre ausländischen Gläubiger zurückzahlen mussten. Die Folgen sind fatal – besonders für die armen Menschen in den betroffenen Ländern. Das Geld, das in den Schuldendienst fließt, fehlt für staatliche Schulen, Krankenhäuser oder andere Sozialleistungen. Überschuldete Länder sind gezwungen auf Zukunftsinvestitionen in nachhaltige Infrastruktur oder für den Kampf gegen die Klimakrise zu verzichten. Neue Staatsschulden werden aufgenommen, um die alten abzubezahlen – ein Teufelskreis.
Bei der Lösung von Schuldenkrisen stehen besonders reiche Staatengruppen wie die G20, Gläubigerstaaten wie Deutschland und internationale Finanzinstitutionen wie der Internationale Währungsfonds in der Pflicht. Sie bestimmen aktuell über die Regeln in der internationalen Finanzarchitektur. Die bisherigen Lösungsschritte reichen jedoch bei weitem nicht aus. Schulden werden zu spät, zu wenig oder gar nicht erlassen. Und bei Verhandlungen stehen anstelle der Rechte der betroffenen Menschen die Interessen der Gläubiger im Vordergrund. Viele Länder des Globalen Südens fordern daher gerechtere Regeln und mehr Mitspracherecht.
Erlassjahr 2025
2025 fanden wichtige internationale Konferenzen statt, die das Potenzial hatten, faire Schuldenerlasse und eine Reform des ungerechten Finanzsystems auf den Weg zu bringen. Um die Politik zum Handeln zu bringen, wollten wir ein starkes Zeichen der globalen Verantwortung und Gerechtigkeit setzen! Deshalb haben wir uns gemeinsam mit vielen hundert Organisationen weltweit für ein „Erlassjahr 2025“ eingesetzt.
Fast 73.000 Menschen haben unterzeichnet und unsere Forderungen unterstützt – vielen Dank dafür!
Alarmierende Zahlen
Mehr als die Hälfte der Länder im Globalen Süden sind in einer alarmierenden Verschuldungslage. In diesen Ländern leben 90 Prozent der Menschen, die von extremer Armut betroffen sind. Die Klimakrise verstärkt die Probleme zusätzlich, da Naturkatastrophen die betroffenen Staaten zusätzlich belasten und sie in eine noch tiefere Verschuldung treiben. Die Kombination aus Pandemie, Krieg und Klimakrise hat eine dauerhafte Krise geschaffen, aus der sich viele Länder nicht mehr aus eigener Kraft befreien können.
Ungerechtes globales Finanzsystem
Einkommensschwache Länder müssen viel höhere Zinsen zahlen als Deutschland, weil sie als weniger „kreditwürdig“ gelten. Und die Krisen haben die Zinsen weiter steigen lassen. Zudem werden Entwicklungsbanken, der Internationale Währungsfonds (IWF) und andere Gläubiger von Staaten des Globalen Nordens dominiert. Staaten des Globalen Südens sind an vielen Entscheidungsprozessen kaum beteiligt.
Ein faires und völkerrechtlich verbindliches Verfahren zur Lösung von Schuldenkrisen könnte hier Abhilfe schaffen. Die Bundesregierung muss sich im Kreise der internationalen Gemeinschaft jetzt für die Schaffung eines Staateninsolvenzverfahrens und für eine Reform der internationalen Schuldenarchitektur einsetzen!
Dafür werden wir uns auch über das Kampagnenjahr hinaus einsetzen!
Zum Hintergrund: Die weltweite Kampagne “Turn Debt into Hope” wurde von Caritas Internationalis initiiert. Die Unterschriften wurden jedoch vor allem auf nationaler Ebene gesammelt: Nationale Kampagnen gab es zum Beispiel in Großbritannien, Frankreich, Ungarn oder Kanada – und eben auch in Deutschland. In manchen Ländern wird auch 2026 weitergesammelt. Am Ende werden alle Unterschriften bei Caritas Internationalis zusammengetragen und an internationale politische Entscheidungsträger*innen übergeben.
Danke!
Danke, dass du die Petition zum "Erlassjahr 2025" unterzeichnet hast! Die Bestätigungsmail ist auf dem Weg zu dir. Teile die Petition auch mit Menschen in deinem Umfeld und trage so dazu bei, dass unsere Forderungen laut und sichtbar werden!